Warum habt ihr die Seite www.einmalich.camerproperties.com ins Leben gerufen?
Wir wollten eine Plattform schaffen, auf der Medien – v.a. Bücher und Spielzeug – gesammelt zur Verfügung stehen. Es gibt von verschiedenen Vereinen und Organisationen schon Bücherlisten zum Thema Schwarze Kinder und POC, aber dann muss man sich jeweils mühsam das Bücher ergoogeln und kann dann erst entscheiden, ob es einen reizt. Auch sind diese Listen nicht immer leicht zu finden. Wir wollten die Möglichkeit schaffen, diese Bücher in Kategorien unterteilt gut zugänglich zu machen, bereits auf einen Blick eine Vorausauswahl zu treffen und auch bequem direkt zum Buchkauf zu gelagen. Das soll zum einen Zeit sparen, zum anderen soll es auch denjenigen Zugang bieten, die nicht wissen, welche Listen es wo zu finden gibt.
Worauf achtet ihr bei eurer Bücherauswahl?
Uns ist es wichtig, dass Vielfalt als Normalität dargestellt wird. Unsere Kinder wachsen in einer sehr heterogenen Gesellschaft auf. Durch Zuwanderung, aber auch durch Veränderungen in Glaubenssätzen und der Anerkennung schon lange bestehender Realitäten, wandelt sich eine lebendige Gesellschaft. Diversität wird zur Norm.
Unser Fokus sind Bücher, in denen das repräsentiert wird, wobei wir unseren Schwerpunkt auf die Darstellung von unterschiedlichem Aussehen v.a. im Bezug auf Haut- und Haarfarbe legen, mit denen sich v.a. Afrokids identifizieren können. Das Schöne ist, dass in diesen Büchern auch meist andere Diversitätskriterien berücksichtigt werden wie Geschlechtsrollen, sexuelle Orientierung, unterschiedliche Familienkonstellationen etc.
Warum sollte auch Spielzeug divers sein?
Kinder lernen durch das Spiel. Spielzeug unterstützt sie dabei in ihrer sozialen, kognitiven und motorischen Entwicklung. Durch die Gestaltung des Spielzeugs kann damit großer Einfluss auf das Lernen der Kinder genommen werden.
Ein Beispiel ist die farbliche Gestaltung – das (leider) typische rosa für Mädchen, blau für Jungs. Dadurch wird das (falsche) Bild vermittelt, dass es je nach Geschlecht unterschiedliches Spielzeug geben muss. Einhörner, Feen und Meerjungfrauen in rosa und damit für Mädchen, Autos, Fußbälle, Dinosauriere in blau und damit für Jungen. Geschlechterklischees werden dadurch verfestigt.
Auch die Darstellung von Menschen auf Spielzeug und die Gestaltung von Spielfiguren beeinflussen das Weltbild und Rollenvorstellungen von Kindern. Sie spielen im Rollenspiel oder mit Figuren Situationen nach, die sie aus ihrem Alltag kennen und “üben” das Leben in der Gesellschaft. Kommen POC nur als Bauarbeiter oder Feuerwehrleute vor, entsteht auch ein solches Bild in ihren Köpfen. Soll Diversität normal werden, ist es wichtig, dass Figuren auch vielfältig gestaltet sind, dass sich auch Bauarbeiterinnen oder Feuerwehrfrauen finden, dass auch im Spiel z.B. Ärztinnen, Lehrer oder Bauern und Bäuerinnen eine dunkle Hautfarbe haben können.
